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Ehrliches Mitteilen

Was ist ehrliches Mitteilen?

Viele von uns erleben täglich ein ständiges inneres Ringen: Gedanken kreisen, Gefühle schwanken, Körperempfindungen kommen und gehen – und oft verlieren wir uns darin.

Ehrliches Mitteilen bietet einen einfachen, kraftvollen Weg, aus diesem Strudel auszusteigen.

Indem wir unsere Gedanken, Gefühle und Sinneswahrnehmungen offen und ungefiltert mitteilen, ohne sie zu bewerten oder zu analysieren, entsteht eine neue Form von innerer Klarheit.

Wir erkennen, dass wir mehr sind als unser inneres Erleben – und genau darin liegt die Freiheit.

Anleitung Ehrliches Mitteilen

Ehrliches Mitteilen ist eine Methode zur bewussten Kommunikation und auch ein kraftvolles Werkzeug zur Regulierung des Nervensystems und zur Vertiefung der Verbindung zu sich selbst und anderen.

Die Methode wurde von Gopal Norbert Klein entwickelt und basiert auf den Prinzipien der Traumatherapie, Bindungsforschung und Nervensystemregulation.

Vagusnerv

Der Vagusnerv, der größte Nerv des parasympathischen Nervensystems, spielt dabei eine zentrale Rolle. Wenn wir uns sicher und verbunden fühlen, aktiviert sich der Vagusnerv, was zu einem Zustand von Ruhe, Entspannung und sozialer Offenheit führt. Angst, Stress oder unterdrückte Emotionen hingegen können ihn hemmen, was sich in körperlicher Anspannung, Enge oder einem Gefühl der Trennung äußern kann.

Selbstbeobachtung

Darüber hinaus fördert das Ehrliche Mitteilen die Selbstbeobachtung und hilft dabei, sich von der Identifikation mit eigenen Gedanken, Gefühlen und Empfindungen zu lösen. Diese Praxis unterstützt somit nicht nur zwischenmenschliche Beziehungen, sondern auch den individuellen Entwicklungsprozess und das Auflösen tief sitzender, unbewusster Abwehrmechanismen.

Ehrliches Mitteilen wirkt also nicht nur auf die emotionale Ebene, sondern auch direkt auf den Körper:

✅ Reguliert das Nervensystem und fördert Entspannung

✅ Löst unterdrückte Anspannung durch bewusste Wahrnehmung

✅ Stärkt soziale Bindungen durch echtes, ungefiltertes Mitteilen

Mit dieser Methode kannst du lernen, dich im Moment zu verankern, deine innere Wahrheit auszusprechen und gleichzeitig eine Atmosphäre von Sicherheit und Verbindung zu schaffen.

Da die Personen ehrlich ihre Empfindungen, Gefühle und Gedanken mitteilen, wird die mitteilende Person nicht oder nur sehr schwer als feindlich, vorwurfsvoll oder bedrohlich wahrgenommen. Diese Art der Kommunikation kann daher bei der Auflösung von unbewussten alten Ängsten, Verteidigungsmustern und Abwehrmechanismen unterstützen.

Ziele

Durch Selbstbeobachtung wird ein Lösen von der Identifizierung mit den eigenen Empfindungen, Gefühlen und Gedanken ermöglicht.

Das Ziel dieser Methode ist es, durch das achtsame und bewertungsfreie Mitteilen von Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen einen sicheren Raum zu schaffen, in dem der Vagusnerv sanft aktiviert wird. Dadurch kann sich das Nervensystem regulieren, innere Anspannung gelöst werden und eine authentische Verbindung entstehen – sowohl mit sich selbst als auch mit anderen.

3 Ebenen für ehrliches Mitteilen

Ehrliches Mitteilen umfasst drei Ebenen: Körperempfindungen, Gefühle und Gedanken.

Körperempfindungen

Beschreibe, was du wo im Körper spürst, ohne zu interpretieren.

Gefühle

Teile deine Emotionen kurz und klar, ohne sie zu analysieren oder zu bewerten.

Gedanken

Benenne deine Gedanken klar, ohne sie mit Gefühlen zu vermischen. Versuche dich nicht mit ihnen zu identifizieren oder den anderen dadurch zu bewerten oder verantwortlich zu machen.

Mögliche Fragen an dich selbst

  • Was spüre ich jetzt genau wo im Körper?
  • Was für ein Gefühl habe ich derzeit?
  • Was für einen Gedanken denkt mein Kopf gerade?

Mögliche Antworten

  • “Ich spüre ein Kribbeln in meinem Bauch.”
  • “Ich fühle Freude.“
  • “Mein Kopf denkt, ich bin nicht gut genug.”

Regeln 

Keine Vergangenheit, keine Zukunft

Alle Mitteilungen beziehen sich ausschließlich auf das, was jetzt wahrgenommen wird. Aussagen über die Vergangenheit oder Zukunft gehören nicht zum Ehrlichen Mitteilen.

  • Gut: „Mein Kopf denkt, dass ich nicht ernst genommen werde.“
  • Nicht hilfreich: „Mein Kopf denkt, dass du mich gestern nicht ernst genommen hast.“

Keine Analysen oder Diskussionen 

Es wird nicht über das Gesagte gesprochen, bewertet oder interpretiert. Es geht nicht darum, Lösungen zu finden, zu korrigieren oder die Perspektive des anderen zu analysieren. 

Keine äußeren Themen

Es wird keine Diskussion über Außenfaktoren wie Termine, Probleme oder andere Themen geführt. Diese Zeit ist ausschließlich für das Teilen der eigenen Empfindungen, Gefühle und Gedanken bestimmt.

Struktur der Übung

Feste Zeit einplanen

Plant regelmäßige Uhrzeiten (z.B. wöchentlich zu fixer Zeit) für diese Übung ein und haltet euch an diese Vereinbarungen. Bestimmte Zeiten erhöhen die Verbindlichkeit und helfen, eine Routine zu etablieren. Es sollte nur eine Runde pro Tag durchgeführt werden. Zu viele Runden an einem Tag könnten die emotionalen Grenzen überschreiten und es schwierig machen, wirklich zuzuhören und zu reflektieren.

Angenehmes Setting schaffen

Schafft eine angenehme Atmosphäre, die es leicht macht, sich zu öffnen. Zündet eine Kerze an, stellt angenehme Musik ein oder schafft eine gemütliche, ablenkungsfreie Ecke. Stellt sicher, dass keine äußeren Ablenkungen (wie Handys, TV, Laptops) vorhanden sind.

Ablauf der Übung

  • Eine Person spricht für 5-10 Minuten.
  • Die andere Person hört nur aktiv zu (kein Unterbrechen, keine Fragen)
  • 2 Minuten Stille zum Nachspüren, kein Gespräch.
  • Die andere Person spricht für 10 Minuten. Andere Person hört nur aktiv zu, kein unterbrechen, kein Fragen.
  • 2 Minuten Stille zum Nachspüren, kein Gespräch.
  • Danach geht es ohne Diskussion in den Alltag über.

Wenn man bereits nach 5 Minuten das Gefühl hat, es wäre alles gesagt, kann man dies auch auf die selbe Art mitteilen. 

Nach der Übung

Nach der Übung ist es essenziell, dass kein Austausch über das Gesagte stattfindet. Keine Rückfragen, Kommentare oder Bewertungen. Nur so kann die Erfahrung entstehen, dass alle Mitteilungen über innere Vorgänge und Wahrnehmungen einfach da sein dürfen, ohne hinterfragt oder beurteilt zu werden. Der Fokus bleibt auf dem unmittelbaren Erleben und der Qualität der Verbindung. Lasst die Mitteilungen wirken und kehrt anschließend ruhig in den Alltag zurück.

Sprecher – So teils du richtig mit

Aufbau der Mitteilung

Im Idealfall kannst du mit der Wahrnehmung von Körperteilen und Regionen beginnen. Dann versuchst du auf Gefühle einzugehen. Danach kannst du auf die Gedanken eingehen, die im Kopf auftauchen ohne zu werten oder den anderen mit einzubeziehen. 

Mitteilen von Körperempfindungen

Beim Mitteilen von Körperempfindungen wird nur beschrieben, was direkt gespürt wird, ohne Interpretation. 

  • Korrekt: “Ich spüre Druck in meiner Brust.” 
  • Falsch: “Ich spüre mein Herz schlagen, weil ich aufgeregt bin.”

Trennung Gedanken und Gefühle

Gedanken und Gefühle sind strikt zu trennen. 

  • Beispielsweise: “Ich fühle Wut.” “Mein Kopf denkt, dass ich nicht ernst genommen werde.” 
  • Statt “Ich fühle mich nicht ernst genommen.”

Ich-Botschaften

Verwende ich-Botschaften und vermeide Sätze wie “Du hast…” oder “Du machst..” oder “Weil du…” um den anderen nicht in die Defensive zu drängen. 

Mitteilung über Widerstände

Wenn man während des Gesprächs Gedanken hat, dass man sich nicht mitteilen möchte, teile dies ebenfalls mit. 

Es ist völlig okay, zu sagen:

In meinem Kopf ist der Gedanke, dass ich mich nicht mitteilen möchte.“

Diese Offenheit fördert Vertrauen und Verständnis.

Häufige Fehler

Es sollten keine Vorgänge und Prozesse mitgeteilt werden, auch keine Energiephänomene (Aura, Energie, Herzschlag, Atmung usw.)

  • Falsch: „Ich spüre Energie hochsteigen.“
  • Falsch: „Ich spüre mein Herz schlagen.“

Zuhörer – so hörst du richtig zu

Wertschätzung

Der wichtigste Aspekt dieser Übung ist der Austausch selbst, nicht der Inhalt der Mitteilung. Es geht darum, dem anderen zuzuhören, ohne zu urteilen oder sofort Lösungen anzubieten. Das Zulassen von Stille und das Respektieren der Worte des anderen schafft ein starkes Fundament für die Beziehung.

Körpersprache

Sei dem anderen zugewandt und vermeide wertende Gesten wie seufzen, Augen verdrehen oder  Kopfschütteln. Versuche nach Möglichkeit deinem Gesprächspartner (immer wieder) in die Augen zu schauen. Wenn dies nicht möglich ist, auch auf den Boden oder die Füße der sprechenden Person schauen. (Augen schließen eher vermeiden wenn möglich.)

Stilles Zuhören

Achte darauf, wirklich zuzuhören und nicht zu antworten oder zu analysieren. Ein wertschätzendes, offenes Zuhören zeigt dem anderen, dass seine Erfahrungen wichtig und respektiert sind.

Beispiele für ehrliches Mitteilen ohne Bezug zum anderen

1. Beispiele für Körperempfindungen:

  • „Ich spüre ein leichtes Kribbeln in meinem Bauch.“
  • „Ich spüre Wärme an meinem Hals .“
  • „Ich spüre einen leichten Druck an meinem Kopf.“
  • „Ich spüre Kälte an meinem Rücken.“
  • „Ich spüre ein Jucken an meiner rechten Schulter.“
  • „Ich spüre ein Pulsieren an meinen Händen.“
  • „Ich spüre ein Ziehen in meinen Beinen.“

Nicht: „Mir ist heiß.“

2. Beispiele für Gefühle:

  • „Ich fühle Trauer „
  • „Ich fühle Wut.“
  • „Ich fühle Gelassenheit.“
  • „Ich fühle Enttäuschung.“
  • „Ich fühle Freude.“
  • „Ich fühle Neid.“

Nicht: „Ich bin traurig“.

Warum? Du bist nicht deine Gefühle. Diese Trennung ist wichtig.

3. Beispiele für Gedanken:

  • „In meinem Kopf ist der Gedanke, dass ich versagt habe.“
  • „In meinem Kopf ist der Gedanke, dass alles zu viel für mich ist.“
  • „In meinem Kopf ist der Gedanke, dass ich nicht gut genug bin.“
  • „In meinem Kopf ist der Gedanke, dass alles gut wird.“
  • „In meinem Kopf ist der Gedanke, dass ich mehr über meine Gefühle sprechen sollte.“
  • „In meinem Kopf ist der Gedanke, dass ich mich mehr anstrengen muss.“
  • „In meinem Kopf ist der Gedanke, dass ich alleine bin.“
  • „In meinem Kopf ist der Gedanke, dass ich jetzt nichts mehr sagen möchte.“

Nicht: „Ich denke, ich bin schwach“.

Warum? Du bist nicht deine Gedanken. Die Trennung ist ebenfalls wichtig.

Beispiel erweiterte Mitteilung mit Widerstand

„In meinem Kopf ist der Gedanke, dass ich mich nicht mitteilen möchte.“

Ehrliches Mitteilen lokale Gruppe in Tirol

Ich veranstalte regelmäßig Treffen für ehrliches Mitteilen in Reith im Alpbachtal (Tirol). Schick mir gerne eine Nachricht, wenn du der Gruppe beitreten möchtest.

Hier findest du die aktuellen Termine:

Ehrliches Mitteilen in Tirol

Häufige Fragen & Bedenken

Was ist, wenn ich nichts zu sagen habe?

Das ist völlig normal und okay! Du kannst genau das mitteilen: „In meinem Kopf ist der Gedanke, dass ich nichts zu sagen habe“ oder „In meinem Kopf ist der Gedanke dass ich keine Gedanken habe“. Auch Stille ist eine wertvolle Mitteilung. Es geht nicht darum, interessant oder tiefgreifend zu sein.

Diese Angst ist sehr verständlich. Das Schöne am Ehrlichen Mitteilen ist: Du kannst diese Angst direkt mitteilen! „Ich spüre Anspannung in meiner Brust“ oder „Ich fühle Scham“ oder „In meinem Kopf ist der Gedanke, dass ich mich blamieren könnte“. Es gibt keine falschen oder peinlichen Mitteilungen.

Emotionen sind willkommen. Wenn Tränen kommen, ist das ein Zeichen, dass sich etwas löst. Du kannst mitteilen: „Ich spüre Tränen in meinen Augen“ oder „Ich fühle Trauer“. Die anderen Personen werden einfach da sein und zuhören, ohne zu bewerten oder zu trösten.

Vertraulichkeit wird explizit vereinbart. Alles Geteilte bleibt unter den Beteiligten. Beginne mit einer vertrauenswürdigen Person – einem engen Freund, Partner oder Familienmitglied wenn du dir mit einer Gruppe noch unsicher bist.

Ja, Verletzlichkeit ist ein natürlicher Teil des Prozesses. Du kannst diese genau so mitteilen: „Ich spüre Enge in meiner Brust“ oder „Ich fühle Verletzlichkeit“. Diese Ehrlichkeit über die Verletzlichkeit schafft oft die tiefste Verbindung.

Einige Unterschied zu klassischer Therapie:

Klassische Therapie/Traumaarbeit:

  • „Erzählen Sie von Ihrer Kindheit“
  • „Was ist damals passiert?“
  • „Wie haben Sie sich gefühlt, als…“
  • Fokus auf Vergangenheit und Geschichten

Ehrliches Mitteilen:

  • Fokus auf das unmittelbare körperliche und emotionale Erleben
  • „Was spürst du JETZT?“
  • Nur der gegenwärtige Moment zählt
  • Keine Nachfragen, keine Erklärungen

Du teilst einfach mit: „Ich spüre Druck im Bauch“ – OHNE zu erzählen, was für Bilder auftauchen oder warume. Die andere Person wird NICHT nachfragen: „Erzähl mehr davon.“

Das passiert nicht! Es ist wie der Unterschied zwischen:

Therapie: „Warum bist du traurig? Erzähl mir davon!“

Ehrliches Mitteilen: „Ich fühle Trauer.“ (Ende der Kommunikation zu diesem Thema)

Die Regeln sind klar: NULL Nachfragen, NULL Kommentare, NULL Diskussion. Wenn jemand nachfragt, hat er/sie die Methode nicht verstanden und praktiziert NICHT Ehrliches Mitteilen nach Gopal Klein.

Perfekt! Du teilst nur das mit, was du WILLST. Du kannst 10 Minuten lang nur über Körperempfindungen sprechen: „Ich spüre Wärme im Gesicht“, „Ich spüre Kälte an meinem Nacken“, „Ich spüre Kribbeln in meinen Fingerspitzen“ – das ist genauso wertvoll wie tiefere Mitteilungen.

Dann sagst du: „In meinem Kopf ist der Gedanke, dass ich zu viel gesagt habe“ oder „Ich fühle Scham“ – und die anderen Personen werden NICHT nachfragen oder kommentieren. Die Vertraulichkeitsregel schützt dich zusätzlich.

Ja, zu 100%! DU entscheidest in jedem Moment:

  • Was du sagst und was nicht
  • Wie oberflächlich oder tief du gehst
  • Du kannst jederzeit sagen: „Ich bin jetzt fertig“
  • Du kannst mitteilen: „Ich möchte jetzt nichts mehr sagen“

Du kannst zum Beispiel mitteilen: „In meinem Kopf ist der Gedanke, dass mir nichts mehr einfällt“ oder einfach in die Stille gehen. Auch: „In meinem Kopf ist der Gedanke, dass alles gesagt ist“ ist eine vollkommen gültige Mitteilung.

Das ist ein häufiges Missverständnis!

Was NICHT passiert:

  • Keine Fragen nach deiner Vergangenheit
  • Keine Aufforderung, Erlebnisse zu schildern
  • Keine Diskussion über „Warum fühlst du dich so?“
  • Kein Erklären oder Rechtfertigen von Gefühlen
  • Niemand fragt: „Woran liegt das?“ oder „Seit wann ist das so?“

Was tatsächlich passiert:

  • Du sagst nur: „Ich spüre Anspannung in meiner Brust“ (PUNKT. Keine Erklärung nötig!)
  • Oder: „Ich fühle Trauer“ (Ohne zu erklären, warum oder wegen was)
  • Oder: „In meinem Kopf ist der Gedanke, dass ich nicht gut genug bin“ (Ohne den Ursprung zu erklären)

Beispiel einer Session: „Ich spüre Wärme in meinen Händen. Ich fühle Freude. In meinem Kopf ist der Gedanke, dass das komisch ist. Ich spüre jetzt Entspannung in meinen Schultern. In meinem Kopf ist der Gedanke, dass ich jetzt fertig bin.“

Siehst du? Kein einziges Mal wurde nach dem WARUM gefragt oder eine Geschichte erzählt!

Perfekt! Teile genau das mit: „In meinem Kopf ist der Gedanke, dass ich mich nicht mitteilen möchte“ oder „Ich spüre Anspannung in meinem Bauch“ oder „Ich fühle Scham“. Widerstand zu teilen ist oft sehr befreiend.

Im Ehrlichen Mitteilen gibt es die klare Regel: Kein Kommentieren, keine Bewertung, keine Diskussion nach der Übung. Sollte jemand diese Regeln brechen, war es kein echtes Ehrliches Mitteilen.

Ja! Du bestimmst selbst die Tiefe. Auch oberflächliche Mitteilungen wie „Ich spüre Wärme in meinen Händen“ oder „Ich fühle Ruhe“ sind wertvoll. Es geht nicht um Drama oder Tiefe, sondern um Authentizität im Moment.

Ehrliches Mitteilen ist wissenschaftlich orientiert (Traumatherapie, Nervensystemregulation, Bindungsforschung). Es geht um konkrete Körperempfindungen, Gefühle und Gedanken – nichts Mystisches.

Die Methode aktiviert den Vagusnerv und reguliert das Nervensystem. Viele berichten von tieferer Verbindung zu sich selbst und anderen, weniger Stress und mehr innerer Ruhe. Probiere es 3-4 Mal aus, bevor du urteilst.

Generell kannst du die Selbstbeobachtung üben: „Was spüre ich jetzt wo im Körper? Was fühle ich? Welchen Gedanken denkt mein Kopf?“ Das laute Aussprechen und dabei mit anderen Menschen in Verbindung zu sein hat jedoch eine andere Qualität.

Sehr unwahrscheinlich. Die wahre Wirkung entfaltet sich erst nach mehreren Sessions. Man gewöhnt sich erst an die ungewohnte Art der Kommunikation, anfangs ist man noch sehr im Kopf. Das Nervensystem beginnt zu verstehen, dass es sicher ist, du wirst authentischer. Nach einigen Sessions wird die tiefere Wirkung auf Nervensystemregulation und Beziehungsqualität spürbar.

Absolut normal! Manche denken: „Das war’s? Ich fühle mich nicht transformiert. Das ist wohl nichts für mich.“ Gib dir Zeit und versuch dich einfach darauf einzulassen. Ehrliches Mitteilen ist ein Angebot, keine Verpflichtung – aber wie bei jedem wertvollen Lernprozess entfaltet sich die Wirkung erst durch Wiederholung und Geduld.

Angst ist laut Klein kein Gefühl im klassischen Sinne, sondern ein physiologischer Zustand des Nervensystems. Sie entsteht, wenn wir Gefahr und Ohnmacht in die Zukunft projizieren. Der Körper reagiert auf eine wahrgenommene Bedrohung, die häufig nicht real in der gegenwärtigen Umgebung existiert, sondern aus vergangenen Erfahrungen stammt.

Klein unterscheidet zwischen echten Gefühlen (wie Freude, Trauer, Wut) und Angst als einem Nervensystemzustand. Angst ist eine körperliche Reaktion des autonomen Nervensystems, die auf vergangene Bedrohungen oder traumatische Erfahrungen zurückgeht, auch wenn diese Gefahr aktuell nicht mehr vorhanden ist.

Weitere Infos

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Lars Boob

Lars verbindet Atem, Bewegung und Berührung zu einem ganzheitlichen Weg der Entspannung und Selbstentfaltung. Als Breathwork Trainer und Qigong-Lehrer erforscht er, wie Atmung, Meditation und Massagen das Nervensystem beruhigen und die Lebensenergie in Fluss bringen. Mit Leichtigkeit und Achtsamkeit hilft er Menschen, tiefer durchzuatmen, loszulassen und sich rundum wohlzufühlen.
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